BBoard stellt seinen Betrieb ein, Details hier

Aktuelles Datum und Uhrzeit: 28.03.2023, 03:20 | Einloggen, um private Nachrichten zu lesen
Unbeantwortete Beiträge anzeigen
Knights of Odin Foren-Übersicht
Mitgliederliste Benutzergruppen Registrieren Login
Knights of Odin
Filme, Games, Rock und Bier!


 

Full Metal Jacket (KE)

Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Knights of Odin Foren-Übersicht » Sonstige (Sport, Noir, Western, Zeichentrick, Kriegsfilme)
Vorheriges Thema anzeigen | Nächstes Thema anzeigen  
Autor Nachricht
Don Corleone
Assistent der Götter



Anmeldungsdatum: 28.03.2007
Beiträge: 57
Wohnort: Goslar

BeitragVerfasst am: 03.04.2007, 15:54    Titel: Full Metal Jacket (KE) Antworten mit Zitat

Mein Review basiert auf der Veröffentlich von Warner in der Stanley Kubrick Collection.



Name: Full Metal Jacket

Regie: Stanley Kubrick

Darsteller: Matthew Modine, Adam Baldwin, Vincent D´Onofrio, Lee Ermey

Spieldauer: 112 Minuten

Genre: Anti-Kriegsfilm

Allgemeines:

-1 Oscar-Nominierung (bestes Drehbuch)

-1 Golden Globe-Nominierung (bester Nebendarsteller –Lee Ermey)

-Platz 96 der IMDb-Top-Filme-Liste

-Das Budget betrug 17 Millionen $

Story:

Im Mittelpunkt von Stanley Kubricks Anti-Kriegsfilm steht der junge Rekrut Private Joker, der 1968 voller Elan zur Marine kommt, um in den Vietnamkrieg zu ziehen. Aber schon im Ausbildungslager wird er von dem tyrannischen Sergeant Hartman (Lee Ermey) aller Illusionen über den Krieg beraubt.
Auch seinen Kameraden geht es da nicht besser. Am härtesten setzt Hartman Pyle (Vincent D´Onofrio) zu. Joker landet schließlich in der "TET"-Offensive der Amerikaner und erlebt als Kriegsberichterstatter den Kampf in seiner ganzen Grausamkeit.

Kritik:

Stanley Kubricks „Full Metal Jacket“ ist ein außergewöhnlicher, untypischer Anti-Kriegsfilm und gilt neben „Apocalyspe Now“ und „Die durch die Hölle gehen“ zu Recht zu den besten Beiträgen des Genres.

Dieses Außergewöhnliche zeigt sich schon in den ersten 5 Sekunden. Kubrick legte keinen Wert auf einen Vorspann, der Wahnsinn sollte sofort beginnen.

In der aller ersten Szene sieht man junge Amerikaner, die gerade zur Ausbildung eingezogen wurden und deren Haare nun dran glauben müssen – nichts spektakuläres, doch schon nach einer Minute bemerkt man, welches Genie bei „Full Metal Jacket“ auf dem Regiestuhl platz genommen hatte – Stanley Kubrick! Die Kamera hält stur auf den Drill Sergeant, das eingefangene Bild wirkt kalt und durch die Boxen des Fernsehers dröhnt eine Stimme – und zwar die Stimme von Lee Ermey: "Sie sind so hässlich, Sie könnten glatt ein modernes Kunstwerk sein!", "1.75! Ich wusste gar nicht, dass man Scheiße so hoch stabeln kann...“.

Dies und nichts anderes erwartet einen die ersten 45 Minuten des Films ununterbrochen – Beschimpfungen, unerbittliche Dialoge, knallharte Ausbildungsmaßnahmen.

Der Drill Sergeant, gespielt von Lee Ermey, der hier die beste Leistung des Films und die beste Leistung seiner Karriere ablieferte, macht vor nichts Halt. Er treibt den Rekruten das letzte bisschen Würde aus, er ohrfeigt sie, er lässt sie bis zur Ohnmacht trainieren und er treibt ihnen die Menschlichkeit aus und lässt sie zu Killermaschinen mutieren.

Noch nie zuvor wurden solch intensive Szenen eines Ausbildungslagers gezeigt. Noch nie zuvor hat es ein Regisseur geschafft, die Zuschauer durch Worte so zu erschrecken. In den ersten 40 Minuten des Films, die ausschließlich im Ausbildungslager spielen, erfährt man keinerlei private Sachen über die Auszubildenden. Sie haben keine Freizeit und sie haben auch keine Würde mehr. Vor allem Gomer (Vincent D´Onofrio) steht auf der Abschussliste des Sergeant. Er macht sich einen Spaß daraus, den übergewichtigen Jungen zu schikanieren und zu demütigen und unter Gomer´s Fettleibigkeit muss sogar sein ganzer Zug leiden, denn für seine Taten wird nicht nur er bestraft, sondern mit ihm gleich seine ganzen Kameraden.

Wie ich bereits oben erwähnte: Nach dem ersten Teil des Films, den ersten 45 Minuten, ist der Zuschauer bereits geschockt, doch erst im zweiten Teil wartet auf die Protagonisten die wahre Hölle – Vietnam.



Die Kriegszenen wurden wirklich einmalig ausgearbeitet und auch zwischen den Action-Szenen kommt keinerlei Langeweile auf, denn Kubrick hat es sich nicht nehmen lassen, die Kriegsberichtserstattung aufs schärfste zu kritisieren. Immer wieder werden Aussagen verdreht um die Stimmung bei den Soldaten hoch zu halten.

Junge Amerikaner, die nicht wussten auf was sie sich eingelassen haben, verrückt gewordene Soldaten, die sich einen Spaß daraus machen Frauen und Kinder zu erschießen und Soldaten die sich ihre Zeit mit Prostituierten totschlagen – seelische Wracks. Auch die zweite Hälfte von Kubricks kritischem Kriegsfilm weiß zu überzeugen. Die wenigen Action-Szenen sind mit wunderbaren Kamerafahrten ausgeschmückt - ein echter Kubrick-Film, denn man hat das Gefühl direkt dabei zu sehen. Schon wie bei den Vorgängern „Clockwork Orange“ oder „Shining“ setzt Kubrick auf eine sehr verstörende Musik. Doch bei „Full Metal Jacket“ wird diese immer wieder abgelöst durch Rockmusik der 60er und 70er. Rolling Stones, Nancy Sinatra – das volle Programm. So viel zur Story und der Ausarbeitung…



… nun zu den Darstellern.

Wunderlicherweise sind die 4 wichtigsten Darsteller dieses Meilensteins heute fast keinem mehr bekannt. Matthew Modine, Adam Baldwin, Vincent D´Onofrio & Lee Ermey, sie alle haben in „Full Metal Jacket“ eine hervorragende schauspielerische Leistung an den Tag gebracht, doch sind mittlerweile in Vergessenheit geraten, leider!

Als bestes hat mir Lee Ermey als Drill Sergeant gefallen. Seine Leistung ist die einprägsamste und beste im Film. Unglaublich wie der Mann es schafft diese Wut so perfekt zum Ausdruck zu bringen. Achtet mal auf seine Augen, dieser Mann scheint nie zu blinzeln!

Was ich ebenfalls beeindruckend finde ist die Tatsache, dass Lee in Wirklichkeit ebenfalls Drill Sergeant war. Eigentlich stand er dem Team nur als Berater zur Seite. Glücklicherweise wurde er für die Rolle gecastet, denn niemand anderes hätte seine Rolle besser spielen können.

Vincent D´Onofrio spielt den übergewichtigen, langsamen und stupiden Kerl einfach klasse. Er brach sogar Robert de Niros Rekord im Zunehmen des Gewichts, denn er speckte sich ganze 30 kg für die Rolle an, Robert de Niro „nur“ 27kg für seine Oscarprämierte Rolle in „Wie ein wilder Stier“.

Matthew Modine, Hauptdarsteller des Films, kann ebenfalls in jeder Hinsicht überzeugen und agiert sehr realistisch. Genauso wie sein Kollege Adam Baldwin, der den draufgängerischen Typen spielt.

Filmfazit:

Stanley Kubrick schuf mit diesem Film ein Meisterwerk auf technisch höchstem Niveau. Die Darsteller liefern allesamt eine klasse Leistung ab und die erschreckenden Drill-Methoden bleiben noch lange im Gedächnis des Zuschauers – ähnlich wie beim russischen Roulette in „Die durch die Hölle gehen“ mit R. De Niro.

Kubricks Film ist zweifellos neben dem letzt genannten Film und „Apocalypse Now“ der beste Genre-Beitrag aller Zeiten.
10/10

DVD:

Das Bild weiß in jeder Hinsicht zu überzeugen. Die Farben sind kräftig und das Bild ist scharf genug. Für ein 20 Jahre alten Film eine sehr gute Qualität. Nur die Tatsache, dass der Film nicht im 16:9 Format, sondern im 4:3 Format daher kommt, ist sehr ärgerlich.

Der Ton liegt glücklicherweise in 5.1 vor. Die ersten 45 Minuten kommt diese Technik doch kaum zum Einsatz, obwohl es dazu einige Gelegenheiten gab. Aber die Kriegsszenen wurden perfekt ausgearbeitet und bieten einen sehr guten Klang. Auch der Subwoofer wird gefordert. Leider kommt es ab und zu auch zu Tonschwankungen

Die Extras sind mager. Auf der DVD befindet sich ausschließlich der Kinotrailer des Films, mehr nicht!

DVD-Fazit:

Die Qualität ist gut, doch man hätte noch ein wenig mehr herausholen können. Zudem ist es ärgerlich, dass fast keine Extras auf der Scheibe vorhanden sind.
6/10
_________________
"Lasst uns darüber freuen, dass unsere Scheiße auf
den Boden fällt und ihn düngt." - Peter "Pe" Schorowsky
...
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen MSN Messenger
Nach oben
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Knights of Odin Foren-Übersicht » Sonstige (Sport, Noir, Western, Zeichentrick, Kriegsfilme)
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
 
 
Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Gehe zu:  

Seite 1 von 1


Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.


Tags
Filme, Sport



Powered by phpBB 2.0.23 © 2001, 2002 phpBB Group

BBoard.de bietet Ihnen ein Kostenloses Forum mit zahlreichen tollen Features

Impressum | Datenschutz


Theme created OMI of Kyomii Designs for BRIX-CENTRAL.tk.